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Schiedsrichter? Wozu eigentlich?

Schiedsrichter sind bedauernswert. Keine mag sie, keiner möchte an ihrer Stelle sein. Zumindest nur wenige. Dies ist sogar statistisch belegbar, denn in Deutschland gibt es nur ca. 80.000 Schiedsrichter. Bei etwa 100.000 Spielen pro Wochenende in Deutschland reicht diese Zahl jedoch nicht aus, weshalb manche Schiedsrichter zweimal pro Woche Spiele leiten oder die untersten Klassen der Jugendmannschaften nicht mit offiziellen Schiedsrichtern angesetzt werden können (Quelle Wikipedia). Nur so zum Vergleich mal die Zahl der DFB-Mitglieder: Sechs Millionen. Und da sind die vielen Freizeitkicker nicht mitgerechnet.

Wie gesagt, Schiedsrichter sind also eine bedauernswerte Spezies! Oder etwa doch nicht? Immerhin bekommt ein Schiedsrichter für ein Spiel der 1. Bundesliga 3600,- Euro, seine Assistenten inkl. dem 4. Offiziellen immerhin noch 50% davon. In Deutschlands zweithöchster Spielklasse gibt es jeweils die Hälfte. Zudem hat man die Möglichkeiten in den größten und schönsten Stadien des Planeten aufzutreten und an Europa- und Weltmeisterschaften teilzunehmen. Den Schweiß der weltbesten Spieler kann man sogar umsonst genießen, obwohl man beim Trikottausch nicht mitmachen darf. Aber dies sind Ausnahmeerscheinungen, denn lediglich 1% aller Schiedsrichter erreichen überhaupt den „Pfeif-Olymp“. Die restlichen Schiedsrichter erhalten für die Leitung eines Spiels der niederen Ligen nicht mehr als durchschnittlich 50,- Euro und der Pöbelfaktor der Fans ist dem geringeren Verdienst nicht im gleichen Maße angepasst.

Warum also dennoch Schiedsrichter werden? Weil es sonst keiner machen will? Weil man nichts besseres zu tun hat und den Fußball trotzdem liebt? Ich weiß es nicht. Na gut, Mastercard hat mal einen netten Clip (unten die tschechische Version, weil ich eine deutsche Fassung nicht gefunden habe) dazu präsentiert, aber ansonsten?

Ich war nie Schiedsrichter und werde es auch nie sein - selbst wenn ich beim Spielen immer wieder über meine eigenen Füße falle, das ist immer noch besser als nur gestikulierend und ermahnend eingreifen zu können – kann ich dies einfach nicht beantworten.

Kommen wir aber jetzt zum eigentlichen Problem mit den Schiedsrichtern: Sie pfeifen einfach nicht den Regeln entsprechend. Täten sie es nämlich, wäre der gesamte Fußball bedeutend attraktiver. Apropos: Das soll hier keine polemische Diskussion über Schiedsrichterleistungen werden. Das Wembley-Tor und ähnliche Vorkommnisse lassen wir auch außen vor (darüber jedoch demnächst mehr). Nein, nein, bleiben wir bei den Fakten. Beschäftigen wir uns nur mal mit dem Treiben der Verteidiger bei einem Eckstoß.

jonesgascoigne.jpg

Laut offizieller Regeln ist etwa auf einen direkten Freistoß zu entscheiden, bei:

*übermäßigem Anrempeln, regelwidrigem Treten oder unzulässiger Härte („Foul“ im umgangssprachlichen Sinn)

*Schlagen, Beinstellen, Anspringen oder Anspucken

*Handspiel, soweit dieses zu ahnden ist

*Berührung des Gegners vor dem Ball (beim Tackling)

*Halten des Gegners (siehe oben)

Und auf indirekten Freistoß muss der Schiri entscheiden, bei:

*Abseits

*Verstoß gegen die Rückpassregel

*„gefährlichem Spiel“ ohne oder mit geringer Gegnerberührung (z.B. mit gestrecktem Bein in den Gegner springen)

*Behinderung des Laufs des Gegners („auflaufen lassen“)

*Unterbrechungen des Spiels zur Erteilung einer Verwarnung bzw. eines Platzverweises aus disziplinarischen Gründen

*Regelübertretungen, die nicht bei direktem Freistoß erwähnt sind

Nun aufgeklärt darf jeder gerne mal in ein beliebiges Stadion gehen und ein beliebiges Spiel seiner Wahl verfolgen und feststellen: Es müsste mehr als fünfmal pro Partie entweder auf Elfmeter oder aber „wenigstens“ (obwohl wir erinnern uns an die verpasste Meisterschaft der Schalker Knappen in der Saison 2000/01) auf indirekten Freistoß im 16er entschieden werden. Es sei denn Halten und/oder Behinderung des Gegners gelten als nicht regelwidrig. Tut es aber doch s.o. Stellt sich also die Frage, wieso es denn einen Fußball-Knigge gibt, wenn sich keiner daran hält? Weil Fußball eigentlich eine Männersportart ist und leichtes Trikotzupfen sowie niedliche Rangeleien einfach dazu gehören wie „die Zigarette danach“? Was machen dann Nichtraucher? Aber lassen wir das.

Fakt ist, dass immer wieder geschrien und geschrieben wird, dass mehr Tore notwendig sind um den Fußball attraktiver zu machen. Selbst der Hüter des Heiligen FIFA-Grals, Joseph „Sepp“ Blatter sieht das so.

Zehn Spieler pro Team, größere Tore und kein Abseits sind nur einige von Seppls Vorschlägen. Dabei ist dies gar nicht nötig, die vorhandenen Regeln sind vollkommen ausreichend. Die zuständigen Personen sind ebenfalls bekannt. Die Schiedsrichter eben. Wenn diese ihren Job jedoch nicht korrekt ausüben, ja wozu braucht man sie dann überhaupt noch? Jeder Kick im Park und jeder Tanz mit dem Ball in den beliebten Indoor-Soccer-Halls kommt doch auch ohne Schiedsrichter aus. Na klar, im Profi-Fußball geht es um Geld. Um sehr viel Geld. Da braucht man natürlich eine Person mit natürlicher Autorität, die im Zweifel das letzte Wort hat (unten eine kleineAuswahl).

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Aber es geht eben auch um den Zuschauer, der ein attraktives Spiel sehen möchte. Denn ohne die Fans wäre der Fußball nicht das geworden, was er heute darstellt. Also bitte schön, liebe Schiedsrichter, pfeift doch endlich nach den Regeln des Spiels.

Euer Kruijff vom d11b-Team

P.S. Demnächst werdet Ihr etwas über Enten im Fußball erfahren. Quak, quak.

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  1. Chris 28. Februar 2008, 12:42

    klasse beitrag^^

  2. Meme 12. März 2008, 21:49

    Hey,
    ich bin zufällig selbst Schiedsrichter. Und ich muss sagen das es durchaus zutrifft, dass es manchmal echt lästig ist immer dafür verantwortlich gemacht zu werden, das eine mannschaft eben oft verliert ( kaum trainer sagen einfach mal : gut gepfiffen, danke….nein es muss immer genörgelt werden! unglaublich! wie es alle besser wissen….-.-)
    Ich finde um über Schiedsrichter reden zu können sollte man selber mal gepfiffen haben. Alle wissen es immer besser und denken sie müssen Tipps geben… dann bewegt euer Hinterteil und macht es selber besser… das is deas einzige was ich dazu sagen kann.

    Zu den Regeln, die angeblich nicht korrekt umgesetzt werden:
    Nicht alles was im Regelbuch steht soll umgesetzt werden. Das wird einem auch im Lehrgang immer wieder gesagt. Man könnte es vergleichen mit Tempolimits: erlaubt 50, jeder fährt 60.

    In diesem Sinne… seid froh das es Schiris gibt und hackt nicht dauernd auf ihnen rum!

    D11Btv is trotzdem klasse

    mfg

  3. Kruijff 27. März 2008, 11:09

    Hallo Meme,

    leider muss ich Dir widersprechen: Um über Schiedsrichter urteilen zu können, muss man nicht selber Schiedsrichter gewesen sein. Um ein guter Trainer zu sein, muss man auch nicht zwangsläufig ein guter Spieler gewesen sein. Arrigo Sacchi hat einmal hierzu gesagt “Ich muss kein Pferd gewesen sein, um ein guter Jockey zu sein”. Zudem habe ich nicht auf den Schiedsrichtern herumgehackt, sondern nur darauf aufmerksam gemacht, dass sie bitte schön nach den Regeln pfeifen soll. Dann müssten auch keine weiteren Regeln (z.B. größere Tore…) eingeführt werden.
    Zum Vergleich mit dem Tempolimit: Nur weil sich keiner daran hält, ist es noch lange nicht legal dieses immer zu überschreiten…

    Dennoch freue ich mich weiterhin über jede Kritik. Also bombardiert mich bitte auch in Zukunft mit Euren Kommentaren.
    Danke, Kruijff.

  4. Nathan 4. November 2008, 20:53

    Hi Kruijff,

    auch wenn das hier schon etwas länger her ist aber was dazu schreiben muss ich trotzdem. Ob man nun ein Pferd gewesen sein muss oder nicht um ein guter Jockey zu sein oder nicht ist ein zugegeben blöder Vergleich. Du bringst es in deinem Text ja vor: 80000 Schiedsrichter gibts in Deutschland. Dagegen stehen einige Millionen, die es immer besser wissen wollen. Dabei gehts garnicht mal um solche die sich lauthals beschweren. Das geht da rein und dort wieder heraus. Ne es geht um Leute die öffentlich Polemik machen. Und auch wenn du es anfänglich ausgeschlossen hast, machen tust du es trotzdem.
    Was glaubst du passiert, wenn jeder Schiedsrichter zu 100% nach den Regeln pfeift und entscheidet? Genau wir brauchen kein Fußball mehr zu spielen. Aller 2 Sekunden müsste wegen irgendwas gepfiffen werden. Das liegt dann weniger an uns als vielmehr an Mannschaften, die es nicht besser können und das selbst im Profibereich. Von Toren brauchen wir nicht mehr zu sprechen. Wirds keine geben, da es nie zum schnellen Spiel kommen wird geschweige denn von Strafraumsituationen.
    Ach ja und was Dr. Markus Merk damals gepfiffen hat ist völlig wurscht .. es ist egal was in den Regeln steht. Tatsachenentscheidung ist Tatsachen entscheidung. Wenn ers so gesehen hat dann hat er das. Wenn dies zu deiner “Anklage” beiträgt empfehle ich dringend Schiedsrichter durch Maschinen zu ersetzen. Aber wie gesagt dann passiert das was ich gerade beschrieben hab.
    Ach ja und zum Geld: 50 Euro sind völlig utopisch .. ich bekomme bei uns im Land 16 Euro für ein Spiel als Assi und 18 als Schiri. Ein Spieler in der Klasse bekommt pro Monat 400 Euro. Rechne das mal gegen, selbst wenn ich pro Woche 2 Spiele mache.

    Mein Tipp an dich: Bevor du son Beitrag schreibst. Mach einen Lehrgang und pfeife wenigstens 1 Spiel bei den Herren in der untersten Liga selbst. Mach es und erlebe wie es ist von der traumhaften Vogelperspektive eines Kommentators oder TV-Zuschauers auf den Boden der Realität zurückgeholt zu werden. Stell dich hin und pfeife ohne Assis und entscheide dann mal auf Abseits, wenn die von deiner Sicht aus auf gleicher Höhe zu sein scheinen.

    Wenn du das gemacht hast, dann unterhalten wir uns darüber, wie man als Schiri richtig nach den Regeln pfeift.

    Grüße Nathan

  5. Dominik 7. März 2009, 16:31

    Es ist doch so,

    Wenn man jedes halten im 16er pfeifen würde und alles ganz genau auslegen würde, würden die Spieler und Trainer in der Kreisklasse verrückt werden. Ich glaube nicht, dass die Schiedsrichter dann eine Saison heil überstehen würden. Deshalb sollte man nicht so einen Unsinn schreiben wie dies hier der fall ist;).
    Im Endeffekt wären die Spieler doch die ersten, die sich beschweren würden.

  6. spiele online kostenlos ohne anmeldung 17. September 2014, 07:19

    spiele online kostenlos ohne anmeldung…

    Schiedsrichter? Wozu eigentlich? | Deutsche 11 Backstage…

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