Ja nun haben sie mal wieder gegeneinander gespielt. Unsere Elf gegen die Össis. Aber mal ehrlich, wer interessiert sich überhaupt noch für so ein Match? Nach der Schmach von Cordoba 1978, dem peinlichen Nichtangriffspakt von 1982 in Gijon und der elenden Verletzung von Sebastian Deisler
im letzten Testspiel vor der WM 2002. Patriotismus hin oder her: Anschauen will man sich das doch nicht, oder?
Man musste doch befürchten, dass diesmal gar schlimmeres passiert, dass man vielleicht Zeuge wird wie unser Kevin Kuranyi das Lispeln beim Torjubel verlernt. Nein, nein, nein - selbst wenn unsere Jungs seit Klinsi und Jogi wieder Tempofußball praktizieren können, anschauen muss man sich dies ja nicht unbedingt.
a ist der Afrika-Cup doch viel spannender. Afrika-Cup? Schon mal was von gehört oder gelesen? Gar gesehen? Also selbst im Kicker vom letzten Montag wurde nur auf einer Seite von insgesamt 95 Seiten darüber berichtet. Das Nationalmannschafts-Comeback von Michael Ballack war den Reportern von Deutschlands größtem Fußballfachmagazin alleine bereits doppelt soviel Platz wert.
Dabei gibt der Afrika-Cup doch vielmehr her. Geschichten von Kabinenwänden die mit Kot beschmiert sind etwa oder von Voodoo-Priestern die den Torwart beim Elfmeterschießen verhexen. Nicht nur, dass der Spielball bunter und einen lustigeren Namen als das offizielle Euro 2008 Spielgerät „Europass“ hat, sogar die Spitznamen der Teams sind schöner: Die Spieler Benins werden beispielsweise Eichhörnchen genannt. Und immerhin sind wir Deutschen ebenfalls beim Treiben in Ghana mit am Start. Der gute alte Berti Vogts aus dem beschaulichen Korschenbroich mit seinen treuen Helferlein Uli Stein (als Torwarttrainer) und Steffen Freund (eine DFB-Leihgabe von Matthias Sammer übrigens) und Reinhard Fabisch als Trainer der o.g. Eichhörnchen. Ulli Stielike sollte auch dabei sein, ist aber wegen der Erkrankung seines Sohns (der seitdem leider – unser herzliches Beileid – verstorben ist) als Trainer der Elfenbeinküste zurück getreten.
Gut Vogts und Fabisch sind ausgeschieden, aber es gibt noch immer Samuel Eto’o und Didier Drogba zu bewundern. Eto’o ist übrigens gerade erst Rekordtorschütze des Afrika-Cups geworden. Gut Miroslav Klose hat seinen 37. Treffer erzielt und mit Oliver Bierhoff gleichgezogen, das ist auch erwähnenswert. Aber trotzdem guckt man sich doch lieber Eto’o an, oder? Wer jetzt meint, man könnte ja beides schauen, also Deutschland gegen Österreich und den Afrika-Cup, der hat nichts verstanden. Andi Möller würde sagen: „Ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien.“
Euer Kruijff vom D11B-Team
P.S. Der bunte Ball heißt übrigens „wawa aba“ und mehr Infos dazu gibt es hier.
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