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Ente jetzt spielberechtigt für Champions League

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Enten-Alarm in der UEFA Champions League. Quak, quak. Seit dem 3. Januar 2008 ist in der Königsklasse des Europäischen Fußballs auch eine Ente spielberechtigt. Da an diesem 3. Januar jedoch keine Champions League Partie stattfand, mussten die internationalen Fußballfans noch bis vorletzte Woche warten. Beim Aufeinandertreffen der Jungspunde Arsenal Londons und der Altherrenriege des AC Milan war es dann aber endlich soweit. Die Ente (stilecht mit orangefarbenem Fußkleid, aber leider ohne grüne Kopfbedeckung) betrat den Rasen des Emirates Stadions und bewies schnell, dass mit ihr zu rechnen war.

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Natürlich handelt es sich bei der besagten Ente nicht um eine gewöhnliche Anatidae (lat. Ente, s.o.) und um eine Lahme schon gar nicht. Die Kenner wissen natürlich schon längst, von wem hier die Rede ist. Klar, es geht um Alexandre Rodrigues da Silva, Spitzname ‘Pato’ (portuguiesisch „Ente“). Der Spitzname hängt sicherlich mit seinem Geburtsort ‘Pato Branco’ (Weiße Ente) zusammen. Aber solch ein Name allein rechtfertigt natürlich längst noch keinen Blog bei d11-b! Dazu bedarf es viel mehr. Beispielsweise dass man bei dem traditionsreichen und erfolgsverwöhnten Spielzeug von Italiens ehemaligem Ministerpräsident Silvio Berlusconi die schwere Verletzung des ehemaligen Weltfußballers Ronaldo nicht wirklich beklagt, sondern sich lieber an den flinken Aktionen eben jenes o.g. Entchens erfreut. Brasiliens Nationaltrainer, der Schwabe Carlos Dunga, sieht in Pato sogar die gleiche Schnelligkeit, Eleganz und tödliche Abgeklärtheit vor dem Tor, wie sie Ronaldo in jungen Jahren ausstrahlte. Zeugnis dieser Attribute war Patos Tor gegen den SSC Neapel Anfang Januar.

 

Selbstverständlich, dass man eine solche Ente nicht beim Chinesen um die Ecke kaufen kann. Insgesamt 22 Millionen Euro hat Milan für den 1,79 m großen und 79 kg leichten Stürmer hingeblättert.

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Bedenkt man, dass Bayern München 2003 den argentinischen Superstar Carlos Tevez für etwas mehr als die Hälfte hätte holen können (dann aber kalte Füße bekommen haben – wie dumm…), ist diese Summe trotz der finanziellen Potenz von Berlusconi bemerkenswert.

Bei dem ganzen gequäke über Pato sollten wir allerdings zwei weitere Enten nicht vergessen:

Die eine Ente wurde am 10. November 1945 in Bedburg-Hau am Niederrhein geboren und hat ein Länderspiel für die Niederlande absolviert (wir wollen mal hier kurzzeitig ausblenden, dass so etwas an sich schon untragbar ist). Sein bürgerlicher Name Willi Lippens. Berühmt wurde ‘Ente’ Lippens nicht nur durch seine 242 Bundesligaspiele und 92 Tore, sondern durch seinen namensgebenden, entenähnlichen Watschelgang und ganz besonders durch seinen trockenen Humor sowie die ihm bis heute eigene Frechheit.

Hier nur zwei Anekdoten diesbezüglich: Als er einmal auf eine Verwarnung im Spiel (Gelbe Karte) und den darauf folgenden Kommentar des Schiedsrichters „Herr Lippens, Ich verwarne Ihnen“ [sic] mit den Worten antwortete: „Herr Schiedsrichter, Ich danke Sie“, wurde er von dem humorlosen Schiedsrichter mit der roten Karte des Feldes verwiesen.

Auch gibt es die angebliche Begebenheit, als Ente Lippens in einem Bundesligaspiel dem damaligen Bayern-Torwart Sepp Maier vorschlug, den nächsten Abstoß solle Meier ihm doch bitte zur Gaudi hinspielen, und er werde ihn dann ganz bestimmt auch wieder zurück zu Maier spielen. Leider hat sich Meier auf dieses Angebot nicht eingelassen. Vielleicht aber auch verständlich, wenn man Lippens kannte. Dazu passt auch ein weiteres Zitat von Lippens: „Ich habe nie eine Torchance überhastet vergeben. Lieber habe ich sie vertändelt.“ Wer Lippens mal fragen möchte, ob die Anekdote mit Meier stimmt, kann ihn ja gerne mal in seinem Entenstall dienstags bis freitags von 16:00 bis 22:00 Uhr, samstags von 15:00 Uhr bis 23:00 Uhr und sonn- und feiertags von 11:00 bis 22:00 Uhr besuchen.

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Vor der anderen Ente mit Bundesligaerfahrung neben Lippens, hat Sepp Meier übrigens weniger Angst gehabt. Nicht umsonst nannte man ihn auch landläufig die Katze von Anzing. Und Katzen haben nun mal keine Angst vor Enten! In dieser Funktion machte Meier am 15. Mai 1976 mit einer tatsächlichen Ente bekanntsschaft. An diesem Tag nämlich spielte Katze Meier mit seinen Bayern gegen die grauen Mäuse aus Bochum (damals waren sie es zumindest noch). Nach einem Treffer von Beckenbauer stand es 1:0 und auf der anderen Seite gab es gerade einen Elfmeter. In Maiers Hälfte jedoch watschelte ein unerwarteter Besucher umher: Eine Ente hatte sich ins Münchener Olympiastadion verirrt. Maier schaute, Meier schlich, nahm kurz Anlauf und flog durch die Luft. Er wollte das Federvieh einfangen.

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Allerdings glitt ihm die Ente durch die Finger. Nun vom Jagdfieber gepackt, versuchte Meier es wieder und wieder. Die Ente war aber doch zu flink und schnell für Meier und ließ sich einfach nicht fangen. Ganz so wie Mailands Pato im Jahr 2008. Wohin die Ente aus dem Olympiastadion geflohen ist, weiß man nicht, Pato hingegen kann man heute im Champions League Rückspiel gegen die Gunners beobachten.

Viel Spaß beim zuschauen, wünscht Euch Euer Kruijff vom d11b-Team.

P.S. Von Meiers Entenjagd gibt es Fernsehbilder, allerdings habe ich keinen Clip dazu im Netz gefunden. Wer doch einen Video-Schnipsel auftreibt, kann den Link ja an d11b@scopas.de mailen. Falls möglich, werden wir diesen dann noch nachträglich in den Blog einfügen und den ehrlichen Finder namentlich erwähnen.

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  1. Thomas 6. März 2008, 14:18

    sehr schön… armer ronaldo ;)

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