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Taktik für fortgeschrittene Anfänger – Teil 1

“Männer, heute geht es um Alles. Deswegen müssen wir kratzen und beißen. Jeder muss seinen Gegenspieler platt machen und ihm einfach keine Luft zum Atmen geben. Keine Ruhe. Lasst ihn nicht aus den Augen. Aus den Augen aus dem Sinn und dann schlägt er zu wie damals ‘kleines dickes Müller’. Das darf heute nicht passieren. Es ist mir egal wo Euer Gegenspieler hingeht. Ihr geht mit. Notfalls bis auf die Toilette.”

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Wer kennt sie nicht, diese Brandreden von Fußballtrainern? Na gut, Ihr Schlappekicker, Ihr tollen Freizeitspieler und Sonntagnachmittagsparkfußballhelden, Ihr vielleicht nicht! Euch wurde schon im Abschlußtraining mitgeteilt, dass Ihr nicht im Kader für das kommende Spiel steht. Da seid Ihr gar nicht erst in den Genuß solcher Weisheiten gekommen.

Aber die anderen Ballfetischisten, die durften sich das immer wieder einmal anhören. Besonders die Bertis unter den Aktiven. In den Siebzigern galt es sogar als Ehre, wenn man der Teamterrier für die Sonderbewachung des gegnerischen Kreisklassestars abgeben musste. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal persönlich beim lieben Fußballgott bedanken, dass er uns nicht nur Vogts, sondern eben auch den bereits erwähnten „kleinen Dicken“ ins Team gestellt hat. Sieher hierzu auch der Clip (übrigens der Berti hat die Rückennummer 2 in diesem Spiel).

Weichgenervte Schönspieler wurden mit solchen Aufträgen nicht belastet. Darunter hätte sonst Ihr Genie gelitten und wer weiß was sonst noch.
Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Nun gibt es sie nicht mehr, die klassische Manndeckung. Stattdessen rennen nur noch Viererketten über das Spielfeld. Mannschaftsteile verschieben sich ball- und gegnerorientiert. Raumdeckung ist das Gebot der Stunde. Manchmal wird auch von Zonendeckung gesprochen. Aber das erinnert dann gerade in den neuen Bundesländern noch zu viele Menschen an schmerzhaftere Zeiten.

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Bleiben wir also bei Raumdeckung. Aber was ist eigentlich „Raumdeckung“? Muss denn in der Raumdeckung kein Gegenspieler mehr gedeckt werden? Das wäre ja absolut toll. Spielen ohne zu decken. Das wäre ja dann die größte Entdeckung seit der Erfindung der Eisenbahn. Oder zumindest seit der Mondlandung. Nur was ist mit den gegnerischen Spielern, die uns trotzdem einen reinhämmern möchten? Versuchen die überhaupt nicht mehr einen Treffer zu erzielen, bloß weil wir plötzlich mit Raumdeckung verteidigen? Wenn man nur den Raum abdeckt, wer nimmt dem anderen Team denn den Ball ab?
Fragen über Fragen, die hier im Ansatz beantwortet werden sollen. Damit auch die o.g. Helden mitreden kann im Pub um die Ecke oder am Kiosk beim morgendlichen Spaziergang.

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Vorneweg: Raumdeckung bedeutet nicht, dass man den Gegner vollkommen außer Acht lassen darf.

Nein, die Kunst der Raumdeckung besteht darin, dass eine Mannschaft Überzahl (2 gegen 1) in Ballnähe herzustellen versucht, dadurch auf den ballbesitzenden Gegner Druck ausübt, seine möglichen Passwege zustellt und möglich Passempfänger bereits im voraus deckt. Die nicht unmittelbar beteiligten Spieler dürfen jedoch nicht abschalten und glauben, dass ihre Kollegen die Situation schon lösen werden. Vielmehr müssen diese Spieler durch koordiniertes Verschieben garantieren, dass der Gesamtverband der Mannschaft nicht in Unordnung gerät. Dies fordert von jedem Spieler den Einsatz von Kopf und Beinen! Wenn ein Spieler seine Grundaufgaben nicht erfüllt, wird das gesamte System anfällig. Eben wie bei jeder Kette, die nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied.

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Aber was heißt dies eigentlich genau? Man hört diese Sätze sehr oft – auch und besonders im Fernsehen. Viele reden (eigentlich müsste man sagen faseln) von Viererkette und ballorientierter Verteidigung oder gar Pressing, aber kaum einer von den sogenannten Experten kann es richtig erklären. Man ist ja schon froh, wenn es Marcel Reif oder einem seiner Kollegen gelingt, die Abseitsregel einer Frau in weniger als drei Sätzen verständlich zu machen (hier übrigens eine gute Beschreibung).

Wie funktioniert sie also tatsächlich die Raumdeckung? Ihr seid schon gespannt? Gut, dann freut Euch auf den zweiten Teil dieses Blogs, der kommende Woche online gestellt wird.

Bis dahin viel Erfolg mit den Oster-Bunnys und den Eiern, wünscht Euch Euer Kruijff vom d11b-Team.

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