Shop Deutsche 11 Backstage Deutsche 11 Backstage

Im Shop: Werde Regisseur Deines eigenen Films - jetzt DVD holen!

NEUESTEN CLIP abonnieren
4.933 Aufrufe

Ronaldinho zur Eintracht?

Die Xerox Corporation, ein Technologie- und Dienstleistungsunternehmen im Dokumenten-Management-Bereich hat 2007 mit seiner Neuausrichtung begonnen.

Die Weichen für die Neuausrichtung hatte der Konzern schon in den vergangenen Jahren gestellt und sich wieder auf seine Stärken in der Forschung und Entwicklung neuer Technologien besonnen. Xerox richtet den Fokus insbesondere auf den Farbdruck und das Servicegeschäft. Die zuletzt Ende 2007 veröffentlichten Zahlen stimmten die Unternehmensführung so optimistisch, dass Xerox nach sechs Jahren erstmals wieder eine Dividende für seine Aktionäre ausschütten will. Auch auf die CeBIT kehrte der Hersteller 2008 zurück, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr pausiert hatte.

Die grundlegende Neuausrichtung soll nun auch im äußeren Erscheinungsbild dokumentiert werden und deshalb startete Xerox mit einer tiefgreifenden Renovierung seiner Corporate Identity in das Jahr 2008. Dazu beauftragte Xerox das renommierte Designstudio Interbrand das Xerox-Logo zu überarbeiten. Das Ergebnis seht Ihr hier (links vorher, rechts neu):

xerox-vorher.jpg xerox-neu.jpg

Einige mögen sich jetzt vielleicht fragen, was dies alles mit Fußball zu tun hat? Na ja ganz einfach: Der Xerox-Konzern befand sich 2007 auf Platz 477 der Liste Fortune Global 500, der weltweit erfolgreichsten Unternehmen. Im Jahr 2006 erwirtschaftete Xerox einen Umsatz von 15,9 Mrd. US-$ und beschäftigte rund 53.700 Mitarbeiter weltweit. Die Aktie des Unternehmens wird seit 1961 an der New Yorker Börse (NYSE) gehandelt.

Aber Fußball? Gemach, gemach, in der Ruhe liegt die Kraft. Nicht nur Xerox versucht sich neu zu beleben, nein auch Fußballvereine versuchen jedes Jahr neue Finanzquellen ausfindig zu machen, damit sie ihren Fans neue, tollere, bessere Fußballer präsentieren können. Eine wenn auch nicht ganz neue, aber dennoch effektive Möglichkeit an mehr Geld zu kommen, ist weiterhin der Verkauf von Namensrechten an beispielsweise der eigenen Spielstätte. Dies ist mittlerweile so fortgeschritten, dass viele Fußballfans nicht mehr wissen, wie der tatsächlich Stadionname ihres Lieblingsvereins war. Mal abgesehen von den über 30-jährigen Fans des HSV, wissen wahrscheinlich die wenigsten, dass die HSH Nordbank Arena ursprünglich die AOL-Arena war und anno dazumal unter dem Namen Volksparkstadion firmierte? 1860 München spielt wie die Bayern in der Allianz-Arena. Das ehemalige Westfalenstadion ist nun der Signal Iduna Park.

Frisch in den Gazetten der Republik und im Internet nachzulesen ist jetzt, dass der VfB Stuttgart bald nicht mehr im Gottlieb-Daimler-Stadion spielen wird, sondern vielmehr in der Mercedes-Benz-Arena den Ball rollen lässt.

So weit so gut, aber was ist mit Xerox? Nun, da muß man ein bißchen weiter ausholen. Neben dem Verkauf von Namensrechten ist immer noch das Trikotsponsoring eine der größten Einnahmequellen für Fußballklubs. Manchester United erhält z.B. von dem Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) 25 Millionen Dollar () pro Saison. Bayern München erhält von der Telekom sogar bis zu 25 Millionen Euro pro Saison.

Den bisher größten Coup in dieser Hinsicht hat jedoch Arsenal London hingelegt. Nicht nur, dass die Gunners 2004 einen neuen Shirt-Sponsor bekommen haben, der auch gleich die Namensrechte am neugebauten Stadion mit gekauft hat, nein sie haben über dies hinaus dafür auch eine Firma gewonnen, die zuvor einen Erzrivalen unterstützt hat. Der Name der Firma: Emirates Airlines. Der geschädigte Verein: Chelsea London.

Gut Chelski London hat sicherlich weiterhin kein Geldproblem, aber trotzdem ist der Coup nicht schlecht, oder?

In der Bundesliga gab es dies noch nicht. Die Betonung liegt auf gab. Denn laut internen Quellen überlegt die Xerox Corporation seine Neuausrichtung nun auch in der Bundesrepublik bekannter zu machen. Als Partner hat man sich diesen Quellen zufolge die Frankfurter Eintracht ausgesucht. Der Zeitpunkt scheint gut gewählt zu sein, denn die Eintracht besitzt bereits ein international taugliches Stadion bei dem man schon von Beginn an nicht sehr viel Rücksicht auf den traditionellen Namen (Waldstadion für die Nostalgiker unter uns) genommen hat. Zudem nagen die Adlerträger demnächst vielleicht schon an der lukrativen Cash Cow namens Champions League.

Dass Xerox sich womöglich tatsächlich dafür entscheidet, der Eintracht finanziell unter die Adlerschwingen zu greifen, verdankt der traditionsreiche Bundesligaklub kurioserweise einem umstrittenen Entwurf für das neue Eintracht-Auswärtstrikot. Vereinssprecher Michael Feick bestätigt dies in einem Interview des Leverkusener-Stadionmagazins vom letzten Spieltag: „Der Fußball schreibt doch immer wieder die interessantesten Geschichten. Wie anders wäre es zu erklären, wenn es tatsächlich zu einer festen Partnerschaft mit Xerox kommt, nur weil Unternehmenspräsidentin Ursula Burns seit ihrer Bekanntschaft mit unserem ehemaligen Spieler Jermaine Jones eine glühende Anhängerin des Vereins ist und den genannten Trikotentwurf im Internet gesehen hat.“

Denn sowohl das Xerox-Logo, als auch das o.g. Jersey sind geprägt durch ein Kreuz, so dass eine Partnerschaft allein schon stilistisch als sehr sinnvoll erscheint.

xerox-logo.jpg eintracht-kreuz-trikot.jpg

 

Damit dürften wahrscheinlich auch die Bedenken der Eintracht-Verantwortlichen vergessen sein, dass das Kreuzdesign zu gewagt wäre und möglicherweise die Gefühle unserer muslimischen Mitbürger verletzen könnte. Genau dies warf ein türkischer Rechtsanwalt nämlich dem italienischen Spitzenklub Inter Mailand nach dessem Champions League Heimspiel gegen Fenerbahce Istanbul im November 2007 vor, weil die Stars um Zlatan Ibrahimovic mit einem roten Kreuz auf weißer Brust aufgelaufen waren.

intermailand-trikot.jpg

Während Inter Mailand das an die Kreuzritter erinnernde Trikot wahrscheinlich nur diese Saison tragen wird, ist es durchaus möglich, dass Eintracht Frankfurt ab nächster Saison für 10 Jahre sowohl auswärts als auch zuhause mit einem Kreuz auflaufen wird. Möglicherweise nur mit dem stilisierten Kreuz des Xerox-Firmenlogos, vielleicht aber auch zusätzlich mit einem großen schwarzen Kreuz auf der gesamten Bauchseite.

Was auch immer dabei herauskommt, in den nächsten Tagen wird man sicherlich mehr darüber erfahren. Vielleicht spendiert Xerox der Eintracht und der Bundesliga gar Ronaldinho als neuesten Einkauf. In Barcelona scheint ihn ja laut Medienberichten außer den Gegenspielern nichts mehr zu halten.

ronaldinho-ende.jpg

Bis dahin auf jeden Fall mal eine erwartungsvolle Zeit, wünscht Euch Euer Kruijff vom d11b-Team.

P.S. Mehr Infos zu der möglichen Partnerschaft zwischen Eintracht Frankfurt und Xerox gibt es hier.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Bewertungen: 10
Loading ... Loading ...

Wenn Wünsche wahr werden! (Sponsored Video)
Hi Fussball-Fans, jetzt ist es doch schon eine Weile her, seit meinem letzten Blog hier auf D11B.de. Lag immer noch mit WM-Fieber im Bett. Höhö. Ganz schön fiebrig waren auch die letzten Wochen im Fussball. Der FC-Bayern liegt mit einer richtig dicken Erkältung im Bett oder besser gesagt auf der Intensivstation. Da kann man nur noch das Beste wünschen. Apropos [...]
« Neuere Einträge

Wir über uns   |   Kontakt   |   Impressum   |   Datenschutz