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Schock: Poldi und Schweini nicht dabei

Voll erwischt, Du Fisch, zappelst am Haken:
Ihr wollt einen Poldi-Blog, Ihr kriegt einen Poldi-Blog
Einen Blog, den Ihr liebt
Also lest weiter und werdet gebloggt
Nur nicht heute mit Poldi

(Refrain oben frei nach Absolute Beginner “Liebeslied”)

O.k. Manche werden jetzt aufschreien, weil sie getäuscht wurden. Hatten sie doch tatsächlich gehofft, dass dieser Blog News über Poldi und Schweini liefert. Möglicherweise befürchtet, dass die beiden nicht mit zur Euro 2008 fahren. Kann ja auch noch passieren. Ist mir aber egal. Also für diesen Blog zumindest. Denn dieser Blog heißt eigentlich

11 für die Ewigkeit – Moderne und Zukunft

und ist der Abschluss der dreiteiligen Blog-Serie über die 11 wichtigsten Tore seit Menschengedenken. Rein subjektiv natürlich.

Teil 1 findet Ihr hier, Teil 2 dort. Und nachdem wir in diesen Blogs geklärt haben, dass das Wembley-Tor irregulär war und warum in Brasilien nach einem Tor sämtliche Glocken bimmelten, fehlen uns nur noch 6 Tore um die Liste ‘11 für die Ewigkeit’ zu komplettieren.

In Teil 2 dieser Blog-Serie hat die Hand Gottes eine tragende Rolle gespielt, so dass nun - ganz dem Praktischen verpflichtet - drei Tore folgen, bei denen die Torhüter ganz besonders im Blickpunkt standen.

Fangen wir mit dem Belgier Pfaff an. Es ist der erste Spieltag der Saison 1982/83. Bayern München hat im Auswärtsspiel bei Werder Bremen mit Jean-Marie Pfaff einen neuen, international renommierten Torwart zwischen den Pfosten. Der erlebt allerdings eine der schwärzesten Premieren, die man sich vorstellen kann.

In der 44. Minute sieht er einen weiten Einwurf von Uwe Reinders auf sich zu kommen. Der Ball wird länger und länger. Pfaff berührt ihn mit den Fingerspitzen, kann aber das Tor nicht verhindern. Dabei war dies doch so einfach gewesen. Hätte er bloß die Finger weggelassen. Dann hätte das Tor nämlich nicht gezählt. Denn laut den Spielregeln, kann ein Tor nicht direkt durch einen Einwurf erzielt werden. Es sein denn, ein Spieler berührt den Ball, bevor er die Torlinie überschreitet. Tja und Torhüter sind nun einmal auch Spieler. Und wenn schon kurios, dann ist auch klar, dass das Einwurftor von Reinders der einzige Treffer des Tages bleibt. Bayern weint und der Rest der Nation lacht. Einen Clip dazu, konnten wir leider nicht finden. Aber ein Bild, sagt manchmal ja immerhin mehr als 1000. Wort. Gut in dem Fall vielleicht nicht, aber auch wir sind nicht unfehlbar.

pfaff.jpeg

Schöne oder gar sensationelle Dribblings mit anschließendem Torerfolg gibt es viele. Die Mutter all dieser Tore ist jedoch Jay-Jay Okochas famoser Auftritt gegen Oliver Kahn. Gerne erinnere ich mich zurück, wie ich als Jungspund für einen exklusiven Chauffeur-Service gearbeitet habe. Meine Kollegen und ich hatten soeben Bon Jovi im Hotel abgeliefert und die Glotze im Foyer eingeschaltet, wo uns unfassbar unglaubliches präsentiert wurde: Okocha ver****scht King Kahn nach Strich und Faden und zimmert das Spielgerät in die Maschen nachdem er dreimal die gesamte Karlsruher Abwehrkette lächerlich gemacht hat. Das Tor war so schön, dass ich in diesem Moment sogar den Ran-Kommentator Jörg Dahlmann umarmen wollte. Dabei sollte man wissen, dass ich den nun wirklich für richtig schlecht und minderbemittelt befinde.

Aber dieses eine Mal hatte Dahlmann eben auch den Nagel auf den Kopf getroffen, als er “Liebe Zuschauer! Die Zeit für meinen Bericht ist zwar abgelaufen, aber egal. Ich zeig’ ihnen dieses Tor jetzt noch hundertmal. Sollen sie mich rausschmeißen deswegen”, ins Mikrofon keuchte und gleich hinterher seufzte : “Das haben wir seit Libuda nicht mehr gesehen” (mehr zu Libuda hier). Den Clip zu Okochas teuflischem Tanz (leider ohne Kommentar) gibt es hier:

Aber nicht nur unser Torwart-Titan hat vieles durchgemacht. Auch sein Lieblingsonkel Jens hat viel erlebt. Zum einen den 12. Spieltag der Saison 1993/94, als er nach 27 Minuten 3 Gegentore von den Gegnern aus Leverkusen eingeschenkt bekommen hatte und die Schalker Anhänger vehement seine Auswechslung forderten. Tatsächlich wechselte der Schalker Trainer Jörg Berger Lehmann zur Halbzeit aus und stellte Holger Gehrke für die zweiten 45 Minuten ins Tor. Lehmann selbst erlebte das Ende des Spieles nicht mehr mit, hatte er Leverkusen doch bereits mit der S-Bahn verlassen. Legendär wurde er jedoch in einem anderen Spiel. Diemal nicht als unglücklicher Toreverhinderer, sondern als Goalgetter. Den am 20. Spieltag der Saison 1997/98 erzielte Lehmann im Trikot von Schalke 04 als erster Torwart in der Bundesligageschichte ein Feldtor. Und das auch noch im Derby gegen die Borussen aus Dortmund. Hier der Clip:

 

Während die Erinnerung an das o.g. Tor jedem Schalke-Fan immer wieder glänzende Augenblicke beschert, so bringt ihn der Gedanke an Patrick Anderssons Tor vom letzten Spieltag der Saison 2000/01 sicherlich immer wieder um seinen königsblauen Verstand. Aber Andersson war doch gar kein Schalker Knappe? Richtig, aber da genau beginnt ja auch der Wahnsinn. Aber seht am besten selbst im folgenden Clip:

 

Ein bemerkenswertes Tor auf jeden Fall. Aber kann man wirklich von einer Tragödie für Schalke reden, wenn man bedenkt, dass manche Tore gar tödlich waren?

Bestimmt nicht. Ohne wenn und aber, war aber ein anderes Tor tragisch. Die Rede ist von Andres Escobar und seinem Eigentor bei der WM 94.

Das Tor allein war schon traurig genug, weil es das Ausscheiden der kolumbianischen Elf um den verrückten Hund Carlos Valderrama (zu dem Bela Rethy kommentierte: ‘Das da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama’) besiegelte. Aber das Nachspiel ist wahrlich tragisch. Denn Escobar wurde deswegen wenige Tage später vor einer Bar in Medellín mit 12 Schüssen getötet.

Der Täter Humberto Muñoz Castro handelte möglicherweise als enttäuschter, wütender Fan, oder aber als Auftragsmörder der kolumbianischen Wettspielmafia. Vermutet wird jedenfalls, dass der Grund für Escobars Ermordung jenes Eigentor war. Muñoz Castro wurde im Juni 1995 zunächst zu 43 Jahren Haft verurteilt, im Jahre 2005 aber wegen guter Führung entlassen. Wie auch immer, hier das Tor im Clip:

Somit sind jetzt die ersten 10 Tore für die Ewigkeit aufgezählt. Fehlt also noch eins. Welches dieses 11. Tor ist, das ist noch nicht klar. Denn es wird erst in Zukunft geschossen. Warum sonst rennen wir immer wieder ins Stadion oder schalten die Sportschau ein? Weil wir die Hoffnung haben, das schönste, tollste oder wichtigste Tor überhaupt zu erleben. Der Glaube und das Warten auf eben dieses noch nicht gefallene Tor hält uns am Leben…

Um den Blog und die Serie aber nicht mit dem tragischen Tor Escobars zu beenden, findet Ihr hier zwei Bonus-Goals. Das erste erzielte Roberto Carlos mit Brasilien gegen Frankreich und das andere zeigt die Schönheit des Fußballs in seiner ganzen Pracht: Kombinationen, Technik, Taktik und individuelle Klasse. Das ganze von meiner Lieblingsnationalmannschaft Argentinien. Aber seht selbst.


Bis nächste Woche, Euer Kruijff vom d11b-Team.

P.S. Glaubt Ihr auch, dass Dahlmann (links) und Valderrama (rechts) seit der Geburt getrennt sind? Hier der Beweis:
dahlmann.jpg valderrama.jpg

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