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Stopmotion-Blog: Die gute Idee!

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Thema: Die gute Idee!

Das ist ein sehr spannendes Thema, da die gute Idee natürlich maßgeblich entscheidend ist, ob der Film erfolgreich wird.

Eine gute Idee zu bekommen, kann man nicht planen.
no way.
Sie kommt, wenn man es in der Regel nicht erwartet, spontan, beim Autofahren, einkaufen, auf dem Klo what ever ;-)
Da ist sie dann plötzlich, meint man. In der Regel sind solche Spontan-Ideen schon am nächsten Tag wieder out.
Das passiert mir mindestens 2-3 mal die Woche. Ärgerlich.
Man schleppt teilweise zig Ideen mit sich rum. Aber dann gibt es die Juwelen. Hier merkt man schon zu Beginn, dass da mehr dahintersteckt. In der Regel, weil man ein gutes Feedback von Freunden oder Kollegen bekommt.
Auch die engste Familie spielt da eine wichtige Rolle. Muss sie doch häufiger, hautnah die Aufs uns Abs des Partners, Kindes, Eltern oder Grosseltern miterleben.

Zum Beispiel unsere Serie D11B.
Hier kam Axel und mir die auf eine Autofahrt von München nach Mainz.
Es ging wie so oft um das Thema Fussball, unser gemeinsames Hobby und Leidenschaft (wichtig! merken - aus einer persönlichen Leidenschaft heraus!). Dann kam noch der Umstand hinzu, dass die WM im eigenen Land stattfindet. Ein paar Marketingkriterien spielten auch eine Rolle. So z.B.: das das Thema Fussball in Deutschland emotional extrem aufgeladen sein wird und das alle Medien nach Inhalten zum Thema suchen werden. Aber Marketinggedanken spielen ja oft bei Kreativen eine, leider, nebensächliche Rolle. Das Bauchgefühl entscheidet. Gesagt, getan, wir haben die Idee bei scopas medien gepitcht und sehr, sehr schnell grünes Licht für die Entwicklung bekommen.
Das D11B Format wurde ein richtiges Hit-Format. Alle Grossen wollten es haben (Spiegel, ARD, Axel Springer…). Wir landeten schließlich bei einer Koop mit Bild. Das brachte natürlich eine enorme Reichweite. Mehr als 300.000 Abrufe am Tag und in der Summe mehr als 15 Millionen Abrufe im deutschen Web.

Entwicklung, was bedeutet das?

Ziel und Sinn einer Entwicklung ist die Ausarbeitung eines Konzepts, dass man potentiellen Kunden präsentieren kann.
Man muss hier einen zeitlichen Aufwand von bis zu 3 Monaten ansetzen. Es geht selten schneller, kann aber ohne weiteres doppelt so lang dauern. Bei d11b hat es ca. 3 Monate gedauert. Heraus kam eine sogenannte Projektbibel und ein Pilotfilm.


Vom Piloten allein gab es 4-5 Schnittversionen, bis alle glücklich waren. Bibel und Pilot müssen perfekt sitzen und die gewünschte Qualität haben. Wenn man mit beiden Unterlagen in die Kundenpräsentationen (oder auch pitch genannt) geht, hat man nur 1 Chance. Wenn man die versemmelt…gute Nacht. Naja ich will hier keinen Druck aufbauen aber der Mensch neigt dazu, Schnellschüsse zu fabrizieren. Ich auch sehr gerne. Man muss sich die Geduld antrainieren! Pro Jahr schafft man 1 Entwicklung, rechnet man den Verkauf und Korrekturen mit ein. Jetzt sieht man den eigentlichen Wert einer solchen Aktion.
Eine erfolgreiche Entwicklung und mindestens genau so wichtig der Verkauf (später in einem der Blogs) kann bedeuten, dass man bis zu 2-3 Jahre einen Job hat. Und um das muss es einem Profi (damit ist jemand gemeint, der von seinen Ideen leben muss) im Kern gehen. Die Idee ist das Vorspiel zum Akt der Produktion.

Neben den Spontan-Ideen gibt’s aber die Ideen, die man recht gut anstossen kann, da sie bereits von jemanden anderen kommen.
Wir bedienen uns vor allem diesen Weges (Spontan-Ideen sind nicht planbar). In der Regel dreht es sich hier um Buchverfilmungen. Gutes Beispiel von unseren Arbeiten ist die mittlerweile 78 teilige TV-Serie “Dragon, der kleine blaue Drache” (auf unserer LernDVD “Bild für Bild” zu finden).

Die Idee stammt von einem amerikanischen Kinderbuch, vom Autor Dav Pilkey.
Die Idee wurde von einem Canadischen Produzenten an uns herangetragen. Da war 2001. Es mussten 2 Jahre vergehen, bis das Projekt in Produktion ging. Aber auch hier starteten wir mit einem Pilotfilm (sehr simpel) und einer Bibel. Wichtiger Teil einer Bibel sind, neben einer kurzen Beschreibung der Welt und Figuren, die Geschichten. Es sollte mindestens 1 komplettes Drehbuch enthalten sein. Weitere Geschichten-Plots skizziert man mit Hilfe kurzer Outlines.
Der ungeheure Vorteil von Buchverfilmungen ist das bereits am Markt etablierte Buch, was ja einer gewissen Nachfrage und damit Erfolg unterliegt. Ist das Buch ein Hit, dann wird der Film sicher kommen und in der Regel auch ein Erfolg werden. Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Entwicklung solcher Ideenvorlagen sind eher aus der Feder des Marketings, weniger eines Kreativen. Der Kreative will ja immer nur seine Idee umsetzen ;-)

Fazit:
2 klassische Wege sind möglich. Erfolgsversprechend ist die Verfilmung einer Buchvorlage aber emotional und auch aus Sicht des Rechtehandels durchaus die eigene Idee. Den nur an der eigenen Idee besitzt der Urheber alle Rechte. Und im Filmbusiness geht’s ganz allein nur um den Handel mit Rechten.
Das ist die Ware, um das sich im Kern alles dreht.

Eure Idee!
Wenn die Leser dieses Blogs auch Ideen mit sich rumtragen, die sie gern offen vortragen wollen oder ein persönliches Feedback suchen, sehr gerne. Hier seit ihr an der richtigen Adresse. Axel und ich helfen euch da gern weiter.
Schreibt sie in Form eines 1 seitigen Treatments nieder. Vergesst nicht das Datum, Copyright Zeichen und Signatur. Dann kann euch niemand die Idee klauen. Ideen an sich sind nicht zu schützen, außer man schreibt sie ausführlich nieder. Das ist dann ein schöpferischer Akt mit Anspruch auf das Recht des Urhebers.

Viele Grüsse
Thomas

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  1. Axel 18. März 2009, 14:11

    schöner blog mal wieder! ich muss mehr autofahren… ;-)

  2. Phil 18. März 2009, 15:00

    lol… coole sache

  3. Manu 18. März 2009, 15:51

    kann mich nur anschließen - geiler blog

  4. Thomas (d11b Team) 18. März 2009, 17:55

    merci ;-)

  5. EM-Aus: Auf den Hund gekommen. Oder: Che cane volete? | fotofoto Blog 29. Juni 2012, 22:07

    [...] in die klamaukigen Echtfiguren-Clips hineinschauen, die der Animationsspezialist Scopas zur WM 2010 aus der der Kabine der Deutschen Elf sendete (produziert übrigens im Stop-Motion-Verfahren, sprich aus vielen einzelnen Fotos zu einem [...]

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