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Schnüffeljournalismus im Intrigensumpf - “State Of Play- Der Stand der Dinge”

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Ein Mann auf der Flucht hastet durch den Verkehr, kann seinem Verfolger aber nicht erkommen, er wird erschossen. Ein zufällig vorbeikommender Radfahrer wird auch getroffen, wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.

Eine Frau auf dem Weg zur Arbeit. Sie wartet auf ihre U-Bahn. Unheilschwanger nähert sich die Kamera… In der nächsten Einstellung erfahren wir, dass diese Frau vor der U-Bahn den Tod fand. Unklar ist, ob sie Selbstmord beging oder womöglich gestoßen wurde.

Die Frau ist Sonia Baker, Referentin des Abgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck), und bald ist klar, dass die beiden eine Affäre hatten. Ein gefundenes Fressen für die Medien, ein Konflikt für den Journalisten Cal McAffrey, denn er muss nicht nur eine Geschichte für den krisengeschüttelten “Washington Globe” schreiben, sondern ist seit dem Studium eng mit Collins befreundet. Bald stößt er auf ein Gewirr aus Intrigen und sowohl politischen als auch privaten Verflechtungen.


State of Play - Der Stand der Dinge Trailer - MyVideo

“State of Play - Der Stand der Dinge” basiert auf einer mehrfach ausgezeichneten 6-teiligen britischen Miniserie, die unter dem Titel “Mord auf Seite Eins” auch mal bei Arte lief. Die Drehbuchautoren haben 6 Stunden Fernsehserie zu 2 Stunden Kino eingedampft. Sie tun das sehr geschickt. Ich habe die Serie damals gesehen, weil sie mit von meiner Fernsehzeitung vehement ans Herz gelegt wurde (und sie hatte recht), und mir hat nichts wesentliches gefehlt. Natürlich geht hier manches sehr flott - einiges, was in der TV-Fassung mehrere Szenen zur Entwicklung hatte, wird hier in einem schnellen Dialog abgehandelt, auch einige Figuren blieben auf der Strecke. Die Umsetzung ist aber prinzipiell geglückt, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die Macher der TV-Serie an der Kinofassung beteiligt waren.

Strubblig-schmuddlig gegen aalglatt

Strubblig-schmuddlig gegen aalglatt

Kevin Macdonald war erst Dokumentarfilmer bis er 2006 mit “Der letzte König von Schottland” sein Spielfilmdebüt vorlegte. Dieser Film über den ugandischen Diktator Idi Amin war auch ein Politthriller, der hatte allerdings einen realen Hintergrund. Bei “State Of Play” ist alles fiktiv. Macdonald hält die Spannung von Anfang an durch ohne groß auf Action zurückzugreifen. Seine Bilder stecken voller Informationen. Diese Infos drängen sich nicht penetrant ins Bild, man nimmt sie nebenbei auf.

Die Besetzung kann sich durchaus sehen lassen. Russell Crowe beherrscht als übergewichtiger Journalist den Film, stellt aber seine Mitspieler von Ben Affleck über Rachel McAdams bis zu Helen Mirren nicht in den Schatten. Ein starkes, harmonisches Ensemble.

Michael Berresse als Killer Robert Bingham schaut zwar sehr böse und verdächtig in die Kamera, Jason Bateman als drogensüchtiger Hallodri ist schlicht fehlbesetzt, und am Ende gerät manche Szene arg hollywoodesk (große Gesten und pompöse Musik), aber darüber wollen wir mal hinwegsehen. Denn “State Of Play” ist ein klassischer Nägelbeißer voller inhaltlicher Wendungen und unglaublich spannend.
Ich hoffe mal, dass die Jurys, die Ende 2009 / Anfang 2010 über die diversen Preisvergaben entscheiden, sich an diesen Film erinnern werden, denn Drehbuch, Schnitt, Russell Crowe und die Regie sind schon den einen oder anderen Preis wert. Also von mir würden sie was kriegen.

Bis dahin lege ich euch diesen Film ans Herz, wenn ihr vor diesem manchmal unerwartet kalten Sommer ins Innere flüchten wollt. Hier seid ihr gut aufgehoben.

Euer Ingo

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