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Die persische Familie Tavari betreibt in Köln eine Fleischerei. Doch Sohn Mohsen ist keine große Hilfe, denn er kann keine Tiere töten. Er versagt auch beim Schlachtabfälle-möglichst-ungesehen-in -den-Mülltonnen-der-Nachbarschaft-entso rgen. Er wird dabei beobachtet und das Gesundheitsamt entzieht Vater Tavari die Lizenz. Mohsen versucht es allein, doch er scheitert kläglich. Da kommt das Angebot eines windigen Polen gerade recht. Mohsen soll für kleines Geld Schafe in Polen abholen.
Auf dem Weg dahin verreckt der Transporter und Mohsen strandet in dem Ossi-Kaff Oberniederwalde. Dort verliebt er sich in die ortsansässige Automechanikerin, deren Vater davon träumt, dass der ehemalige Textil-VEB mit ausländischen Investoren die Landschaft wieder zum blühen bringen würde. Durch komödienübliche Missverständnisse glaubt er, Mohsens Vater sei ein iranischer Textilmogul, der in Oberniederwalde investieren möchte.
Der Titel “Salami Aleikum” ließ mir beim ersten Lesen Schauer über den Rücken laufen. “Aha”, dachte ich mir, “da versucht der deutsche Film mal wieder witzig zu sein.”, das klang gewaltig nach “Erkan und Stefan”. Und als ich gesehen habe, dass der öffentlich-rechtliche Fernsehserien-Ober-Ossi Wolfgang Stumph mitspielt, war das Interesse eigentlich erloschen.
Bis ich die Kritik überflog und überrascht feststellte: das klingt ja nicht schlecht.
Die Geschichte verläuft natürlich in den üblichen Verwechslungskomödienpfaden - und wenn einer der Charaktere mal die Möglichkeit hätte auszureden, dann wäre die Geschichte schnell vorbei. Das Aufeinandertreffen der Kulturen West- auf Ostdeutsche bekommt eine weitere Ebene, weil der Wessis gleichzeitig ein Ausländer ist. Aus den entsprechenden Vorurteilen schlägt das Drehbuch einige spaßige Gags.
Die Regie macht den Film zu etwas Besonderem. Ali Samadi Ahadi beherrscht Tempo und Rhythmus, sprüht in seinem Spielfilmdebut nur so vor optischen Ideen - wenn auch nur zu deutlich ist, dass er ganz schön oft “Amélie” gesehen hat, doch bleibt er etwas realistischer und ist nicht ganz so bonbonfarben. Die märchenhaft angelegte Geschichte wird durch Animationen und Bollywood-Tanz-Sequenzen aufgebrochen, die Figuren sprechen manchmal direkt zu den Zuschauern, um ihr Innenleben zu offenbaren. Außerdem sind der kleine schmächtige Navid Akhavan als Mohsen und die große breitschultrige Anna Böger als Ex-DDR-Jung-Kugelstoßerin Ana optisch so weit von Filmtraumpaarklischees entfernt, dass man sich richtig mit ihnen über ihre Romanze freut.
Michael Niavarani kostet die Rolle des aufschneidenden Perser-Vaters aus, bei ihm sitzt jede Pointe. Vor seinem deutschen Gegenpart Wolfgang Stumph bitte ich in aller Form um Entschuldigung. Er spielt nicht krachledern, offenbart den Träumer hinter der Spießerfassade. Auch der Rest der perfekt gecasteten Darstellerriege passt hervorragend.
Ich hab mich sehr amüsiert, ein paar flache Garantielacher und ein paar arge Unwahrscheinlichkeiten in der Ausgangssituation seien verziehen.

Als romantische Komödie sei euch, liebe Bloggergemeinde, dieser Film sehr empfohlen und lasst bloß die Finger vom arg kalkulierten und noch mehr an den Haaren herbeigezogenen Sandra-Bullock-Starvehikel “Selbst ist die Braut” (hab’ ich auch gesehen, doch darüber decken wir mal ganz schnell den Mantel des Schweigens). Warm ums Herz wird’s einem hier viel doller.
Das verspricht euch
Euer Ingo
Laden 






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